Seit 1991 steht die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 für schnelle Hilfe in Notfällen. Ob medizinischer Notfall, Unfall oder Brand – über die 112 wird rund um die Uhr und kostenfrei professionelle Unterstützung alarmiert. Zum Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar machen der DRK-Kreisverband Ulm e.V., der DRK-Rettungsdienst Heidenheim – Ulm gGmbH und die ADK GmbH gemeinsam auf die Bedeutung des Notrufs und in diesem Jahr insbesondere auf die Arbeit der Integrierten Leitstelle Ulm aufmerksam.
Die Integrierte Leitstelle Ulm ist das organisatorische Herzstück der Notfallversorgung in der Region. Hier laufen alle Notrufe von Feuerwehr und Rettungsdienst zusammen, hier werden Entscheidungen getroffen und Einsatzmittel koordiniert. Markus Wenzel, Fachbereichsleiter Rettungsdienst in der Integrierten Leitstelle Ulm betont: “Im vergangenen Jahr gingen bei uns 77.180 Notrufe ein – das entspricht durchschnittlich 211 Anrufen pro Tag. Aus diesen Notrufen resultierten rund 40.000 Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehr, davon entfielen mehr als 90 Prozent auf den Rettungsdienst. Zusätzlich disponiert die Leitstelle etwa 40.000 Krankentransporte pro Jahr.“
Die Disponentinnen und Disponenten der Leitstelle übernehmen dabei eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie koordinieren nicht nur Einsätze, sondern geben – wenn es die Situation erlaubt – auch Erste-Hilfe-Anleitungen am Telefon. Dazu gehören Hinweise zur Blutstillung, zur richtigen Lagerung oder auch die Anleitung zur Herzdruckmassage bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. „Diese telefonische Unterstützung kann im Ernstfall lebensrettend sein“, so Wenzel. „Wichtig ist, dass Anrufer ruhig bleiben, den genauen Ort nennen, die Fragen beantworten und nicht vorzeitig auflegen.“
Gerade in lebensbedrohlichen Situationen helfen die Disponenten den Angehörigen damit sehr, denn in der Hektik der Situation wissen viele sonst nicht, was sie genau machen sollen. Und wenn bei einem Patienten keine Atmung mehr festzustellen ist, zählt jede Minute. Für die Überlebenswahrscheinlichkeit ist es sehr entscheidend, dass die Laienreanimation so schnell wie möglich beginnt und den Zeitraum überbrückt, bis das erste Rettungsmittel eingetroffen ist. Dies kann ein „Helfer vor Ort“ sein, den die Leitstelle über die App Corhelper alarmiert hat oder der Rettungswagen oder Notarzt.
Auch aus medizinischer Sicht ist die strukturierte Arbeit der Leitstelle von zentraler Bedeutung. Dr. med. Gernod Meister, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im Alb-Donau Klinikum Ehingen betont: „Wenn ein Patient z.B. mit einem akuten Herz-Kreislauf-Ereignis oder nach einem schweren Unfall vom Rettungsdienst in unsere Klinik transportiert wird, erhalten wir schon während der Anfahrt erste wichtige Informationen von der Leitstelle. Wenn vom Disponenten z.B. direkt ein Schockraum angemeldet wird, steht unser Schockraumteam in der zentralen Notaufnahme direkt bei Ankunft des Rettungswagens bereit, um den Patienten schnell und kompetent weiter zu versorgen.“ Diese koordinierende Funktion betont auch Dr. med. Markus Brucke, MHBA, Chefarzt der Fachabteilung Anästhesie, der selbst ausgebildeter Notarzt ist. „Schon bei der Anfahrt zu einem Notfall erhalten wir erste Informationen, die uns auf den kommenden Einsatz vorbereiten. Dies hilft uns bereits im Vorfeld abzuschätzen, ob z.B. mutmaßlich besondere Ausrüstung benötigt wird. So können wir diese im Bedarfsfall gleich mit vom Fahrzeug an die Einsatzstelle nehmen.“
Damit die Leitstelle ihre entscheidende Funktion gut erfüllen kann, ist wichtig, dass möglichst viele Menschen die jeweils richtige Notrufnummer wählen. Die europaweit gültige kostenlose Notrufnummer 112 sollte immer dann gewählt werden, wenn eine akute Gefahr für Leben, Gesundheit oder Sachwerte besteht – etwa bei schweren Unfällen, plötzlich auftretenden lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Bränden. Für medizinische Anliegen ohne akute Gefährdung, länger bestehende Beschwerden oder planbare Arztbesuche ist hingegen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 der richtige Ansprechpartner. Die Polizei hat mit der 110 eine eigene Notrufnummer.
Tobias Schwetlik, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbands Ulm e.V., weist auf die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit dem Notruf hin: „Die Rettungsmittel müssen dann verfügbar sein, wenn sie dringend gebraucht werden. Gleichzeitig gilt aber auch: Niemand muss Angst haben, im Ernstfall die 112 zu wählen. Bei akuten Symptomen wie Brustschmerzen, Atemnot, Lähmungserscheinungen oder Bewusstseinsstörungen zählt jede Minute. Die Leitstelle stellt durch gezielte Abfragen sicher, dass die richtige Hilfe schnell vor Ort ist. Niemand sollte zögern, den Notruf zu wählen, wenn er oder sie sich ernsthaft Sorgen macht. Die Entscheidung, welche Hilfe notwendig ist, trifft die Leitstelle.“
Der Europäische Tag des Notrufs 112 erinnert daran, wie wichtig es ist, die Notrufnummer zu kennen und richtig zu nutzen. Eine funktionierende Rettungskette beginnt mit einem klaren Notruf – und mit einer Leitstelle, die durch die hohe Expertise ihrer Disponenten rund um die Uhr dafür sorgt, dass Hilfe schnell und gezielt ankommt.
(Das hier verwendete generische Maskulinum bezieht sich immer zugleich auf weibliche, als auch auf diverse weitere Geschlechtsidentitäten.)
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